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Pfeilschnell – jedoch ohne das Quäntchen Glück

 

Für den 17-jährigen Loris Prattes war es nach zweieinhalb Monaten das erste Mal wieder, dass er am vergangenen Wochenende vom 17. bis 19. August hinter dem Lenkrad seines Seat Cupra Platz nehmen durfte. Die ADAC TCR Germany absolvierte im niederländischen Zandvoort ihr fünftes der insgesamt sieben Rennwochenenden. „Zandvoort ist eine der besten Strecken im ADAC-Kalender. Sie hat alles, was eine gute Rennstrecke braucht. Vor allem aber hat sie viel Charme. Inmitten der Dünen, inmitten der Urlauber Rennen zu fahren, ist schon etwas ganz Besonderes. Umso mehr habe ich mich gefreut, dass wir bereits beim Einstieg in das Wochenende am Freitag brutal schnell waren. So schnell, wie noch nie in dieser Saison“, schwärmt der Neuhemsbacher.

Mit seinem Topcar-Sport-Team um Teamchef Ronny Jost war das Ziel recht einfach gesteckt. „Loris sollte sich auf das Zeittraining konzentrieren, damit wir das Auto für die Rennen am Samstag und Sonntag so weit wie möglich vorne in der Startaufstellung abstellen können“.

Nachdem Loris Prattes vor ein paar Wochen ein wichtiger Partner abgesprungen war, reichte das Budget des Youngsters gerade einmal für die Teilnahme. Wichtige Tests und Trainings in Zandvoort musste er sich leider sparen. Umso beachtlicher ist seine Leistung zu beurteilen. Bereits in den freien Trainings am Freitag machte der Topcar-Sport-Pilot mit Platz zwei deutlich, dass er zu den Schnellsten gehört. „Wenn du das erste Mal in Zandvoort mit einem schnellen Auto unterwegs bist, musst du ganz schnell beweisen, dass du es drauf hast. Hier gibt es einige Kurven, die es in sich haben. Dass Loris das Auto auf Platz sieben im Zeittraining abgestellt hat, damit bin ich top zufrieden“, so Teamchef Jost.

Doch nur alleine schnell zu sein, reicht nicht. Das Quäntchen Glück muss ebenfalls Bescheid wissen. Und so kam das Aus für den Förderpiloten des ADAC Pfalz startende Prattes bereits in der ersten Runde des Samstagrennens. Die Antriebswelle seines Seat Cupra quittierte nach einem Verbremser ihren Dienst. „Es ist allgemein bekannt, dass die Antriebswellen bei einem Verbremsen und gleichzeitigem Einlenken, gerne einmal kaputt gehen. Diesmal hat es leider Loris getroffen“, erklärte Ronny Jost.

Die Startaufstellung für Sonntagvormittag sah dann vor, dass der Seat Cupra von Loris Prattes mit der Startnummer 60 das Rennen von Platz vier in Angriff nahm. Eine Ausgangssituation, die Hoffnung auf einen Podestplatz macht. Von daher ist die Frage berechtigt: Hielten die Nerven des Youngsters am Start? „Dass ich einen Frühstart gemacht habe, somit eine Durchfahrtsstrafe bekommen habe, war ganz allein mein Fehler. Ein so blöder Fehler, der darf eigentlich nicht passieren. Ich ärgere mich total darüber. Das hat mir das gesamte Rennen kaputtgemacht.“

Dazu sagte sein Teamchef abschließend: „Eigentlich hat alles gepasst, um ganz vorne mit zu fahren. Das Auto lag perfekt, Loris war sehr schnell, doch leider hat uns der Frühstart und die daraus resultierende Durchfahrtsstrafe ganz nach hinten ans Ende des Feldes gespült. Dass Loris dann noch eine riesige Lücke zugefahren hat und bis auf Platz 18 vorgefahren ist, ist unter diesen Umständen eine beachtliche Leistung“.

Für sein nächstes Rennen auf dem Sachsenring, das vom 7. bis 9. September im Rahmenprogramm der ADAC GT Masters ausgetragen wird, ist die Situation für den Pfälzer ähnlich. Wieder geht es auf eine Achterbahn, wieder wird der TCR-Pilot aufgrund fehlenden Budgets im Vorfeld nicht trainieren und testen können. „Leider kenne ich den Sachsenring nicht. Ich bin dort noch nie gefahren und werde voraussichtlich nur zwei freie Trainings zu je 30 Minuten absolvieren können. Ich werde mich so schnell wie möglich an die Strecke gewöhnen müssen um bereits im zweiten freien Training zu schauen, was überhaupt möglich ist. Immerhin hat die gesamte Saison gezeigt, dass ich mit den Schnellsten mithalten kann. Der Unterschied besteht für mich darin, dass es mir aus finanziellen Gründen einfach nicht möglich ist, so viele Testtage zu absolvieren wie einige andere meiner Mitstreiter“, so seine Analyse.